Tinnitus

Unter „Tinnitus“ (lat. tinnire=klingeln)versteht man jede Art von Ohr- und Kopfgeräuschen, die auf keine äußere Schallquelle zurückzuführen sind.

Die Nichtbetroffenen können kaum verstehen, wie die Ohrgeräusche wirken und welche Auswirkungen sie auf das Leben Betroffener haben können. Während er für einen Teil nur leicht beeinträchtigend wirkt, ist er für den anderen lebensbeeinträchtigend und mit großem psychischem Stress verbunden, der sich ständig aufs Neue aufbaut und bei ca. 6 – 8 % der Betroffenen in einem negativen Kreislauf mündet. Manchmal ergeben sich schwerwiegende Auswirkungen auf das Berufs- und Privatleben sowie auf die Sozialbeziehungen.
Wie empfindet der Betroffene Tinnitus?

Der Betroffene hört entweder auf einem, auf beiden Ohren, oder auch im gesamten Kopfbereich (meist kontinuierlich, ohne jemals auszusetzen) Töne und Geräusche verschiedener Qualität (Brummen, Surren, Sausen, Zischen, Knarren, Scharren, Dröhnen, Pumpen, Klopfen, Rauschen, Zirpen, Zwitschern). Manchmal treten auch mehrere Geräusche und Töne auf ein- und demselben Ohr auf. Die Lautstärke wird von Mensch zu Mensch, zu verschiedenen Zeiten sehr unterschiedlich empfunden: vom leisen, fast angenehmen Säuseln von Blättern bis zum Dröhnen von Düsenjets oder Preßluftbohrern.

Vermutlich hängt die Empfindsamkeit auch von der jeweiligen psychischen Konstitution und der Fähigkeit, mit den Ohrgeräuschen umzugehen, ab.

Anfänglich erleben viele ihren Tinnitus lauter und belastender, ja oftmals panikartig, als nach einer gewissen Zeit der Gewöhnung. Von der subjektiv empfundenen Lautstärke läßt sich aber nicht so ohne weiteres auf die wirkliche psychische Belastung schließen.

Kommt der Betroffene mit der Geräuschbelastung trotzdem zurecht, spricht man von einem „kompensierten Tinnitus“. Viele Betroffene schaffen dies von selbst oder mit Hilfe anderer.

Bleibt der Tinnitus nicht erträglich, so spricht man von einem „dekompensierten Tinnitus“ oder auch von einem „komplexen Tinnitus“, weil er in der Folge einen Komplex von fast unlösbar scheinenden Folgeerscheinungen nach sich zieht:
Schlafstörungen

Auswirkungen auf das Berufsleben

Lustlosigkeit, Depressionen und Lebensunlust

Angstzustände und soziale Isolation.
Link: www.oetl.at

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